Ruhr-Nachrichten: Karibikträume aus dem Ruhrpott

Dortmunder U Header

Beitrag der Ruhr-Nachrichten vom 02.08.2016. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung vom 03.08.2016 (Frederike Schneider per E-Mail). Herzlichen Dank an Anna Chernomordik (Text), Oliver Schaper  (Fotos), Frederike Schneider und Dennis Werner von den Ruhr-Nachrichten für die Hilfe bei der Genehmigung.

Jazz-Sommer am U mit der Band Salon 4b

„Der Nieselregen hatte es vermasselt. Die Container auf dem Vorplatz des U blieben am Sonntag (31. 8.) geschlossen. Statt dessen hat man sich des Kino-Saals bedient. Der Jazz-Sommer am U ging mit Salon 4b in die vorletzte Runde.

Die Musik der sechs Dortmunder passt eigentlich am besten zu Strand und Cocktails. Mit ihrem „Sueño Azul“, dem blauen Traum, wie ihr letztes Album betitelt ist, wollten sie auch den grauen Himmel aufheitern. Hinter den Türen des Kinosaals lauerten Sommerträume aus der fernen Karibik oder dem näheren Andalusien, wo das Ensemble und vor allem Martin Buschmann, Bandleader und Steeldrum-Vorreiter und Fachmann in Dortmund, regelmäßig hinreist.

Dortmunder U Konzert Salon 4b

Virtuose Steelpan

In dem Instrument liegt auch die Besonderheit von Salon 4b. Martin Buschmann und seine Mitmusiker integrieren das Instrument in Latin- und World-Music-Standards und mischen es mit Saxofon, Gitarre und Bass, Geige und einigem an Schlagwerk, von orientalischen Trommlen wie der Darbouka bis zur Bass-Cajon.

Virtuos verknüpft Martin Buschmann die Steelpan im Unisono-Spiel mit dem Geiger Rainer Buschmann. Die näselnde Jazz-Geige dominiert, doch mit Steeldrums unterlegt entstehen karibische Klangfarben, die einem in Deutschland selten begegnen. Neben tanzbaren Standards und Coverversionen, wie dem Chanson-Hit „Je Veux“ der französischen Sängerin Zaz, spielten sie auch Stücke von ihrer neusten CD.

Dabei holten sie sich Anregungen aus der ganzen Welt. Exotische Tonleitern stehen da neben deutschen Texten, die aus den eigenen Biografien motiviert sind, wie die einstige Freundschaft zum türkischen Nachbarsjungen Mehli. Akustische Schwierigkeiten des Kinosaals überspielten die Musiker gekonnt, aber nicht unmerklich. Vor allem die atmosphärische Wirkung der Steeldrums ging ein wenig unter, da das Instrument nur in den Höhen zum Publikum durchdrang.

Fast drei Stunden Gute-Laune- Musik spielte das Ensemble, obwohl sowohl die Zuhörer in den Kino-Sesseln als auch die Musiker auf der schmalen Kino-Bühne vor dem schwarzen Vorhang etwas eingeengt waren.“

Zu der berechtigten Kritik an der Klangqualität sei erwähnt, dass mit dem Thema eine Technikerin betraut war, die sonst für die Beleuchtung verantwortlich ist. Ihr wurde eine Anlage zur Verfügung gestellt, die bei einem vorherigen Einsatz auf unbekannte Weite umgebaut worden und nicht einsatzbereit war. Technisch versierte Vertretung oder ein „Backup“ war nicht vor Ort. Nach einer halben Stunde Verzögerung stand das Konzert kurz vor dem Abbruch. Aber mit guten Nerven und Sachverstand gelang es ihr dann doch, die PA in Gang zu bekommen. Wir danken der namentlich unbekannten Technikerin sehr herzlich dafür, dass sie nicht aufgegeben hat!

Konzert Salon 4b Dortmunder U

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